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ISFM
Laserbehandlungen der Haut
und hautnahen Schleimhäute
(FMCH)
Fähigkeitsprogramm vom 1. Januar 2001
(letzte Revision: 23. August 2013)
SIWF Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung
| ISFM Institut suisse pour la formation médicale postgraduée et continue
FMH | Elfenstrasse 18 | Postfach 300 | 3000 Bern 15 | Telefon +41 31 359 11 11 | Fax +41 31 359 11 12 | siwf@fmh.ch | www.siwf.ch
Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäute (FMCH)
Begleittext zum Fähigkeitsprogramm «Laserbehandlungen der
Haut und hautnahen Schleimhäute (FMCH)»
Die Lasertechnologie zur Behandlung von Haut- und hautnahen Schleimhautveränderungen
hat sich enorm entwickelt und entsprechende Behandlungen werden zunehmend eingesetzt.
Auf Initiative der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie haben sich
die Fachgesellschaften für Angiologie
(Union Schweizerischer Gesellschaften für Gefäss-
krankheiten), Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Oph-
thalmologie, ORL (Schwerpunkt: Hals- und Gesichtschirurgie), Plastische, rekonstruktive und
ästhetische Chirurgie und Urologie sowie die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Laser-
chirurgie (SALC) und die Schweizerische Gesellschaft für medizinische Laseranwendungen
(SGML) auf ein fachübergreifendes Fähigkeitsprogramm geeinigt mit dem Ziel, die Qualität der
ärztlichen Leistung auf diesem Gebiet zu fördern.
Das vorliegende Fähigkeitsprogramm definiert die Anforderungen der theoretischen und prak-
tischen Weiterbildung, sowie die nötige Fortbildung zur Wahrung der Kompetenz. Es betrifft
Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäute, wobei von denjenigen Schleim-
häuten die Rede ist, welche ohne besondere Instrumente eingesehen werden können. Es um-
fasst alle dazu verwendbaren Lasergeräte, sowie jene der Blitzlampentechnologie (IPL).
Als Attest für die erfüllten Anforderungen wird ein Fähigkeitsausweis mit verschiedenen Typen
ausgestellt. Diese Typen beziehen sich auf die wichtigsten Laseranwendungen, die jeweils
spezifische und unterschiedliche Anforderungen an den ausübenden Arzt* stellen. Der Erwerb
dieses Fähigkeitsausweises steht allen Fachärzten offen.
Garanten für das vorliegende Fähigkeitsprogramm sind die erwähnten Fachgesellschaften, die
SALC und die SGML. Ihre Delegierten bilden die Laserkommission FMCH, welche verantwort-
lich ist für die Umsetzung des Fähigkeitsprogramms sowie die Erteilung des Fähigkeitsauswei-
ses. Sie ist auch zuständig für die Anerkennung von Weiterbildungsstellen und Fortbildungs-
veranstaltungen. Die FMCH dient als juristische Dachorganisation, der alle neun Fachgesell-
schaften angehören. Eine Mitgliedschaft bei der FMCH ist für den Erwerb des Fähigkeitsaus-
weises nicht erforderlich. Informationen und Unterlagen der Laserkommission FMCH auf:
www.laserkommission.ch
Zusatzinformation zur Revision vom 23. August 2013
Der Fähigkeitsausweis existierte bisher in 5 Typen, die der Arzt einzeln gemäss den jeweiligen
Bestimmungen erwerben konnte. Mit der Revision im Jahre 2013 wird das Fähigkeitspro-
gramm um den Typ VI (lang andauernde Haarreduktion) erweitert. Zudem wird der Typ V un-
terteilt in Typ V.1. (pigmentierte Hautveränderungen) und Typ V.2. (exogene Pigmentierungen
wie Tätowierungen, Schmutztätowierungen etc.).
Der Erwerb des Fähigkeitsausweises Typ V.1. bleibt Dermatologen vorbehalten. Die sichere
Beurteilung pigmentierter Läsionen erfordert eine Facharztweiterbildung für Dermatologie.
* Zur besseren Lesbarkeit des Textes werden nur männliche Personenbezeichnungen verwendet. Die Leserinnen
werden um Verständnis gebeten.
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Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäute (FMCH)
Hinter harmlos erscheinenden Altersflecken oder vermeintlichen seborrhoischen Warzen kön-
nen sich maligne Veränderungen verbergen, die oft auch vom routinierten Hautarzt mit dem
Dermatoskop nur schwer zu erkennen sind.
Werden unerkannte Melanome mit Laser oder IPL behandelt, wird ihre Diagnose verschleiert
und verzögert. Ausserdem können Naevuszellnaevi nach Laser- oder IPL-Behandlung im Falle
eines Rezidivs als sogenannte «Pseudo-Melanome» histologisch nicht mehr von Melanomen
unterschieden werden.
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Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäute (FMCH)
Fähigkeitsprogramm Laserbehandlungen der Haut und hautna-
hen Schleimhäute (FMCH)
1.
Allgemeines
Das Fähigkeitsprogramm Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäuten Laser-
fähigkeitsprogramm regelt die Voraussetzungen für den Erwerb des Laserfähigkeitsausweises
sowie die Rezertifizierung des Ausweises.
1.1
Grundsatz
Grundsätzlich sollen nur jene Ärzte Haut und Schleimhaut mit Lasern behandeln, welche bis
anhin diese Organe auch mit anderen Methoden behandelt haben bzw. über die entsprechen-
de Kompetenz verfügen.
1.2
Zu unterlassende Praktiken
Melanozytäre Veränderungen sollten prinzipiell nicht gelasert werden.
1.3
Titelanwendung
Die Inhaber des Fähigkeitsausweises dürfen ihn wie folgt ausschreiben: «Fähigkeitsausweis
für Laserbehandlungen der Haut». Da es sich nicht um einen Facharzttitel handelt, muss dies
abgesetzt, in kleinerer Schrift und unterhalb des Facharzttitels erfolgen.
2.
Voraussetzungen zum Erwerb des Fähigkeitsausweises
Der Erwerber der Fähigkeitsausweise Typ I, II, III, IV, V.2 und VI muss im Besitz eines eidge-
nössisch oder ausländisch anerkannten Facharzttitels sein. Die Mitgliedschaft bei der FMH ist
erforderlich. Für Typ V.1 ist der Facharzttitel Dermatologie und Venerologie nötig.
3.
Anforderungen
3.1
Fähigkeitsausweis für Laserbehandlungen der Haut und Mundschleimhaut mit
schneidenden oder ablativen Lasern (Typ I)
3.1.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie (je 4 Stunden)
Ziel
Ziel ist, die Grundkenntnisse in Laserphysik und über die biologische Interaktion von Licht und
Gewebe zu erlangen.
Inhalt
- Theoretischer Unterricht in Laserphysik und über die Wirkung von verschiedenen Laserty-
pen auf die Zielchromophoren
- Sicherheit beim Betreiben von Lasergeräten
- Praktische Einführung (Hands-on Training) mit verschiedenen Lasergeräten
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Durchführung
- Der Basiskurs in Lasertechnologie muss von der Laserkommission anerkannt sein (siehe
Ziff. 5.1). Die Basiskurse können für einen oder mehrere Titel verwendet werden.
3.1.2 Praktikum mit schneidenden und ablativen Lasern
Ziel
- Laserablation durch Vaporisation von Gewebe
- Laser-Exzision bei fokussiertem Strahl
Inhalt
- Assistenz bei mindestens 10 verschiedenen Patienten mit Laserbehandlungen
- Kenntnisse über die Hauptindikationen für schneidende und ablative Laser
- Kenntnisse über die postoperative Wundheilung
Durchführung
- Das Praktikum von drei Tagen muss in einem von der Laserkommission anerkannten La-
serzentrum oder bei einem anerkannten Weiterbildner mit entsprechendem Fähigkeitsaus-
weis absolviert werden (siehe Ziff. 5.2)
- Nach Abschluss des Praktikums wird dem Praktikanten ein Attest über die geleistete Wei-
terbildung ausgestellt
3.2
Fähigkeitsausweis für Laserbehandlungen der anogenitalen Haut und Schleim-
haut und der angrenzenden Regionen mit schneidenden oder ablativen Lasern
(Typ II)
3.2.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie (je 4 Stunden) (siehe unter Ziffer 3.1.1)
3.2.2 Praktikum
Ziel
- Laserablation durch Vaporisation von Gewebe
- Laser-Exzision bei fokussiertem Strahl
Inhalt
- Assistenz bei mindestens 10 Patienten mit Laserbehandlungen
- Kenntnisse über die Hauptindikationen für schneidende und ablative Laser auf der anogeni-
talen Haut und Schleimhaut
- Kenntnisse über die postoperative Wundheilung
Durchführung
- Das Praktikum von drei Tagen muss in einem von der Laserkommission anerkannten La-
serzentrum oder bei einem anerkannten Weiterbildner mit entsprechendem Fähigkeitsaus-
weis absolviert werden (siehe 5.2)
- Nach Abschluss des Praktikums wird dem Praktikanten ein Attest über die geleistete Wei-
terbildung ausgestellt
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3.3
Fähigkeitsausweis «Skin Resurfacing» und Narbentherapie (Typ III)
3.3.1 Voraussetzung
Die Titelanwärter müssen im Besitze eines Fähigkeitsausweises für schneidende oder ablative
Laser Typ I sein (siehe Ziffer 3.1).
3.3.2 Praktikum in «Skin Resurfacing» und Narbenbehandlung (inkl. Aknenarben)
Ziel
- Selbständige Durchführung des «Skin Resurfacing» mit flächig ablativen und/oder fraktio-
nierten Lasertechniken, fraktionierter Radiofrequenz und vergleichbaren Techniken Kennt-
nisse der postoperativen Wundheilung Beherrschung der postoperativen Komplikationen
Inhalt
- Assistenz bei mind. 4 «Skin Resurfacing»
- Indikationsstellung eines «Skin Resurfacing»
- Assistenz bei mind. 4 Narbenlasertherapien (Akne-, OP-, Unfall- oder Verbrennungsnarben
- Methoden der Lokalanästhesie (EMLA, Infiltrations-, Tumeszenz-, Leitungsanästhesie)
- Gundkenntnisse der folgenden Behandlungsmethoden: Peeling, Injektion von Füllsubstan-
zen, Botulinum-Toxin-Injektionen, Lifting, Blepharoplastie
- Postoperative Betreuung
- Photodokumentation
Durchführung
- Das Praktikum von 16 Stunden muss bei einem anerkannten Weiterbildner mit dem Fähig-
keitsausweis für «Skin Resurfacing» und Narbentherapie durchgeführt werden (siehe Ziff.
5.2)
- Nach Abschluss des Praktikums wird dem Praktikanten ein Attest über die geleistete Wei-
terbildung ausgestellt
3.4
Fähigkeitsausweis für die Behandlung von vaskulären Hautveränderungen (Typ
IV)
3.4.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie ( je 4 Stunden) (siehe Ziffer 3.1.1)
3.4.2 Praktikum für Laserbehandlungen von vaskulären Hautveränderungen
Ziel
- Ziel ist die selbständige Laserbehandlung verschiedener vaskulärer Hautveränderungen.
Inhalt
- Assistenz bei mind. 10 Patienten mit Laserbehandlungen von vaskulären Hautveränderun-
gen
- Grundkenntnisse über die wichtigsten vaskulären Hautveränderungen
- Grundkenntnisse in Phlebologie (diagnostische Untersuchungen, Sklerotherapie, chirurgi-
sche Behandlung)
- Photodokumentation
Durchführung
- Das Praktikum von 16 Stunden muss bei einem anerkannten Weiterbildner mit dem Fähig-
keitsausweis für vaskuläre Hautveränderungen und phlebologischer Praxis absolviert wer-
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den (siehe 5.2). Die verwendeten Lasertypen müssen vom Leiter des Praktikums im
Schlussattest erwähnt werden
3.5
Fähigkeitsausweis für die Behandlung von pigmentierten Hautveränderungen
Die Behandlung von pigmentierten Hautveränderungen wird in 2 verschiedene Fähigkeitsaus-
weise unterteilt, wobei für Typ V.1 der Facharzttitel Dermatologie und Venerologie Vorausset-
zung ist.
3.5.1 Fähigkeitsausweis für die Behandlung von pigmentierten Hautveränderungen
(Typ V.1)
3.5.1.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie ( je 4 Stunden) (siehe Ziffer 3.1.1)
3.5.1.2 Praktikum
Ziel
- Ziel ist die selbständige Photothermolyse von pigmentierten Hautveränderungen (ohne
Naevuszellnaevi).
Inhalt
- Assistenz bei mind. 10 Patienten mit Laserbehandlungen von pigmentierten Hautverände-
rungen
- Kenntnis und Differentialdiagnose von pigmentierten Hautveränderungen sowie die Derma-
toskopie sind integraler Teil des Weiterbildungsprogrammes Dermatologie und Venereolo-
gie.
- Kenntnis anderer Methoden zur Entfernung pigmentierten Hautveränderungen wie Kuretta-
ge, Shave, Kryochirurgie, Peelings, Operation
Durchführung
- Das Praktikum von 16 Stunden muss bei einem anerkannten Weiterbildner mit einem Fä-
higkeitsausweis für pigmentierte Hautveränderungen absolviert werden (siehe Ziff. 5.2)
- Die verwendeten Lasertypen müssen vom Leiter des Praktikums im Schlussattest erwähnt
werden
3.5.2 Fähigkeitsausweis für die Behandlung von pigmentierten Hautveränderungen
(Typ V.2)
3.5.2.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie ( je 4 Stunden) (siehe Ziffer 3.1.1)
3.5.2.2 Praktikum in Behandlung von Tätowierungen und anderen exogenen Pigmentie-
rungen
Ziel
- Ziel ist die selbständige Photothermolyse von exogenen Pigmentierungen.
Inhalt
- Assistenz bei mind. 10 Patienten mit Laserbehandlungen von exogenem Pigment
- Indikationsstellung von Laserbehandlungen. Kenntnisse über die Problematik des soge-
nannten Farbumschlages
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Durchführung
- Das Praktikum von 16 Stunden muss bei einem anerkannten Weiterbildner mit einem Fä-
higkeitsausweis für pigmentierte Hautveränderungen (Typ V.2.) absolviert werden (siehe
Ziff. 5.2)
- Die verwendeten Lasertypen müssen vom Leiter des Praktikums im Schlussattest erwähnt
werden
3.6
Fähigkeitsausweis für die Durchführung von Laser- und IPL-Behandlungen zur
lang andauernden Haarreduktion (Typ VI)
3.6.1 Zwei Basiskurse in Lasertechnologie ( je 4 Stunden) (siehe 3.1.1)
3.6.2 Praktikum in Laser- und IPL-Behandlungen zur lang andauernden Haarreduktion
Ziel
- Ziel ist die selbständige Durchführung von Laserepilationen mit verschiedenen Geräten.
Inhalt
- Assistenz bei mind. 10 Patienten mit Laserbehandlungen zur permanenten Haarreduktion
- Indikationsstellung und Kontraindikationen
- Sichere Beurteilung des Hauttyps nach Fitzpatrick und Auswahl des geeigneten Verfahrens
- Kenntnisse über andere Verfahren zur Haarreduktion (wie etwa Elektroepilation, Heiss- und
Kaltwachsepilation, medikamentöse und chemische Verfahren)
Durchführung
- Das Praktikum von 16 Stunden muss bei einem anerkannten Weiterbildner mit einem Fä-
higkeitsausweis für die Durchführung von Laser- und IPL-Behandlungen zur lang andau-
ernden Haarreduktion erfolgen (siehe Ziff. 5.2). Der Weiterbildner sollte über mindestens
zwei verschiedene Verfahren in seiner Praxis verfügen.
- Die verwendeten Gerätetypen müssen vom Leiter des Praktikums im Schlussattest erwähnt
werden
4.
Evaluation Weiterbildung
Ist die Weiterbildung für eine Laserkategorie komplett absolviert, so sind die entsprechenden
Unterlagen zur Bestätigung der Anforderungen bei der Laserkommission einzureichen:
www.laserkommission.ch.
5.
Kriterien für die Anerkennung der Weiterbildung
5.1
Basiskurse
Einhaltung der inhaltlichen Voraussetzungen siehe (siehe 3.1.1); diese müssen durch einen
anerkannten Laserspezialisten erfolgen.
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Programm, medizinische Leitung, Tutoren und Inhalte müssen von der Laserkommission
FMCH vorgängig, d.h. vor der offiziellen Ausschreibung, genehmigt werden.
Inhaltlich sind die Basiskurse firmenunabhängig.
5.2
Praktikum
Das Praktikum für die entsprechende Laserklasse ist in einer von der Laserkommission aner-
kannten Weiterbildungsstätte zu absolvieren. Die anerkannten Weiterbildungsstätten werden
auf der Website der Laserkommission aufgeführt
(www.laserkommission.ch
? Weiterbil-
dungsstätten).
6.
Gültigkeit des Fähigkeitsausweises, Fortbildung und Rezertifi-
zierung
6.1
Gültigkeit
Der Fähigkeitsausweis ist bei der ersten Ausstellung 5 Jahre gültig. Mit jeder Rezertifizierung
verlängert sich die Gültigkeit um 5 Jahre. Die Rezertifizierung ist an die Erfüllung der Fortbil-
dungspflicht gebunden.
Titelträger, die ihre Fortbildungspflicht gemäss untenstehenden Kriterien innerhalb 5 Jahren
nicht erfüllen, können die versäumte Fortbildung in den beiden folgenden Jahren nachholen.
Es ist Aufgabe des Trägers des Fähigkeitsausweises, rechtzeitig eine Rezertifizierung zu be-
antragen. Nach Ablauf des 6. Jahres nach der letzten Zertifizierung verfällt der Fähigkeitsaus-
weis. Über die Bedingungen einer späteren Rezertifizierung entscheidet die Laserkommission
FMCH individuell aufgrund von bisheriger Qualität und Aktivität / Fortbildung im Bereiche die-
ses Fähigkeitsausweises.
Eine durch folgende Gründe bedingte Unterbrechung der Tätigkeit auf dem Gebiet des Fähig-
keitsausweises von aufsummiert mindestens 4 bis maximal 24 Monaten innerhalb einer Rezer-
tifizierungsperiode berechtigt zur anteilsmässigen Reduktion der Rezertifizierungspflichten:
Krankheit, Auslandabwesenheit, Mutterschaft, nicht-klinische Tätigkeit oder andere Gründe,
welche die Erfüllung der Rezertifizierungsbedingungen verunmöglichen.
6.2
Fortbildungspflicht
Es besteht eine Fortbildungspflicht, an einem von der Laserkommission anerkannten Laser-
zentrum oder an einer entsprechenden, von der Laserkommission akkreditierten Fortbildungs-
veranstaltung innerhalb von 5 Jahren 60 Credits zu erlangen. Inhaber mehrerer Typen von
Laser-Fähigkeitsausweisen müssen diese Credits nur einmal absolvieren.
6.3
Fortbildungs-Credits
Für die Rezertifizierung werden 60 Credits benötigt.
Anrechnung
Pro Tag werden maximal 8 Credits bzw. 8 Stunden, pro Halbtag maximal 4 Credits bzw. 4
Stunden angerechnet. Die Credits bzw. Stunden können einzeln zusammengetragen werden.
Die minimale Einheit beträgt 1 Credit bzw. 1 Stunde.
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Kongresse und andere Fortbildungen
Es müssen pro 5 Jahre insgesamt 60 Credits zertifizierter Fortbildungen absolviert werden.
Davon müssen mindestens 30 Credits durch Teilnahme an Kongressen und an weiteren zerti-
fizierten Fortbildungen erworben werden.
Bis zu 30 Credits können durch Selbststudium erworben werden.
Deklaration
Die Rezertifizierung beruht im Regelfall auf Selbstdeklaration. Die Kontrolle wird durch zufälli-
ge Stichproben bei 10% der Antragsteller gewährleistet.
6.4
Kriterien für die Anerkennung der Fortbildungsveranstaltungen
Die medizinische Leitung muss durch einen allgemein anerkannten Laserspezialisten erfolgen.
Programm, medizinische Leitung, Tutoren und Inhalte müssen von der Laserkommission
FMCH vorgängig, d.h. vor der offiziellen Ausschreibung, genehmigt werden.
6.5
Evaluation der Rezertifizierung/Fortbildung
Ist die Fortbildung für die Rezertifizierung komplett absolviert, so sind die entsprechenden Un-
terlagen zur Bestätigung der Anforderungen bei der Laserkommission einzureichen:
www.laserkommission.ch.
7.
Zuständigkeiten
7.1
Die Laserkommission FMCH
Zusammensetzung
Die Kommission setzt sich zusammen aus je einem Vertreter der folgenden Fachgesellschaf-
ten:
- Angiologie (Union Schweizerischer Gesellschaften für Gefässkrankheiten)
- Chirurgie
- Dermatologie und Venerologie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Ophthalmologie
- ORL (Schwerpunkt: Hals- und Gesichtschirurgie)
- Plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie
- Urologie
- SALC
- SGML
Aufgaben
Die Aufgaben der Kommission sind wie folgt definiert:
- Aufstellung von Qualitätskriterien für die Anwendung von Lasern an Haut und hautnahen
Schleimhäuten
- Erstellung und Revision des Fähigkeitsprogrammes Laserbehandlungen der Haut und
Schleimhäute zuhanden des SIWF
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- Anerkennung von Weiter- und Fortbildungskursen im Rahmen des Fähigkeitsprogrammes
- Anerkennung von Weiterbildungsstätten (bzw. Weiterbildern) und Basiskursen
- Einführung von Massnahmen im Bereich der Qualitätssicherung zuhanden des SIWF
- Bestimmung der Gebühren für die Erteilung und Rezertifizierung des Fähigkeitsausweises
- Ernennung und Kontrolle des Exekutivausschusses
- Ernennung der Rekurskommission
- Erste Rekursinstanz bei allen Entscheidungen des Exekutivausschusses
7.2
Der Exekutivausschuss
Zusammensetzung
Der Exekutivausschuss wird aus vier Personen gebildet: ein Dermatologe, ein Mitglied der
Laserkommission FMCH, ein Mitglied der SALC, ein Mitglied der SGML.
Aufgaben
Der Exekutivausschuss ist zuständig für die Erteilung und Rezertifizierung des Fähigkeitsaus-
weises und definiert allfällige zu erfüllende Auflagen.
Der Exekutivausschuss meldet die Inhaber der Fähigkeitsausweise dem Generalsekretariat
der FMH.
Sekretariat
Das Sekretariat für den Exekutivausschuss wird von der Laserkommission FMCH gestellt.
7.3
Rekursregelung
In 1. Instanz die Laserkommission FMCH , in 2. Instanz die Rekurskommission (siehe Ziffer
7.4).
7.4
Rekurskommission
Die Rekurskommission wird aus 3 Personen gebildet: ein Dermatologe, ein Mitglied der SALC
und ein Mitglied der SGML.
Mitglieder der Laserkommission oder des Exekutivausschusses können nicht in die Rekurs-
kommission gewählt werden.
8.
Gebühren
Zertifizierungsgebühr pro Typ CHF 200.- (einmalig).
Rezertifizierungsgebühr nach jeweils 5 Jahren CHF 150.- (unabhängig von Anzahl Typen) .
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Laserbehandlungen der Haut und hautnahen Schleimhäute (FMCH)
9.
Übergangsbestimmungen
9.1
Typ V
Wer bereits im Besitz eines Fähigkeitsausweises Typ V ist, behält dieses Zertifikat. Wer die
Anforderungen für den Typ V bis am 30. Juni 2014 erfüllt, erhält den altrechtlichen Fähigkeits-
ausweis Typ V. Ansonsten gilt die Unterteilung von Typ V in Typ V.1. und Typ V.2. per sofort.
9.2
Typ VI
Wer bis 31. Dezember 2014 bereits über eine nachgewiesene genügende Kompetenz/ Praxis
(mindestens 2 Jahre Laserpraxis und mindestens 50 Laserbehandlungen) gemäss Ziffer 3.6
verfügt, erhält das definitive Zertifikat für den neuen Typ VI und hat in Zukunft nur die Bedin-
gungen der Rezertifizierung zu erfüllen.
10. Inkrafttreten
Der ZV der FMH hat das vorliegende Fähigkeitsprogramm in Anwendung von Art. 54 der WBO
am.15. Februar 2001 verabschiedet und rückwirkend per 1. Januar 2001 in Kraft gesetzt.
Revisionen:
13. Januar 2004
24. Februar 2005
23. August 2013
Bern, 18.11.2013/pb
Fähigkeitsausweise/Laserbehandlungen/2013/fa_laserbehandlungen_d.docx
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